Mitarbeit im Gesundheitshaus Rittmeyer

 

Ingo F. Rittmeyer, Diplom-Agraringenieur und Gesundheitsberater für arzneifreie operationslose Heilweisen. 34513 Waldeck/Edersee-Dehringhausen, Hohler Wer 2, Tel 05695-9910 263, info@gesundheit-rittmeyer.de

Eine mehrwöchige oder mehrmonatige praktische Tätigkeit im Gesundheitshaus Rittmeyer kann der beruflichen Orientierung dienen und der praktischen Erfahrung im Bereich Auswahl und Zubereitung gesunder, heilsamer Ernährung. Ein weiterer Schwerpunkt ist unsere ökologisch und ökonomisch orientierte recourcenschonende weitgehend autarke Lebensweise, die hier in Verbindung mit Garten und Hochbeeten praktiziert wird. Auch Heilung oder zumindest erhebliche Besserung bei schulmedizinisch als unheilbar eingestuften Krankheiten

fanden Gäste bei uns. So schrieb einer unserer ältesten Gäste in unser Gästebuch „Es wird wohl bisher der wertvollste Urlaub meines Lebens gewesen sein“, denn von seinen Ärzten als „unheilbar“ eigestuft, fand er hier schon nach wenigen Tagen erhebliche Besserung seiner Beschwerden, so dass er seinen Genesungsweg nun zu Hause hoffnungsvoll und erfolgreich fortsetzen konnte.

Bei Mitarbeit bieten wir freie Unterkunft bei vegetarischer bis veganer Bio-Vollwert-Verpflegung. Die vegetarischen bis veganen Bio-Vollwert-Mahlzeiten werden gemeinsam eingenommen. Ein Praktikant kann weiblich oder männlich sein. Manche Teilnehmer nutzen dafür Urlaub oder „Auszeit“.

Hier einige Informationen zu den Tätigkeiten, auch wenn das Praktikum häufig nur einen Ausschnitt im Jahreslauf betrifft. Nach Absprache kann der Arbeitsbereich zum Teil nach Ihren Vorlieben abgegrenzt werden.

Bestimmte Aufgaben sind fast täglich zu erledigen, so daß der Praktikant daran gewöhnt wird, mit Kontinuität Verantwortung für je einen bestimmten Bereich zu übernehmen. Der Praktikant kann selbst beobachten, welchen Wandlungen die Erfordernisse in diesem betreffenden Bereich im Jahresablauf unterliegen. Nachfolgend ein stichwortartiger Auszug infragekommender Tätigkeiten. So lernt man oder frau, sich bei gewissen Aufgaben für die rechtzeitige Erledigung verantwortlich zu fühlen und einzuschätzen, wann es die rechte Zeit ist, diese Aufgaben zu erledigen. , z. B.

  1. Anzucht, Pflanzen und Pflege von Gemüsen und Salaten sowie deren Ernte

  2. Auswahl von Wildkräutern, Beeren und Obst draußen in der Natur und deren Zubereitung

  3. Auswahl der Lebensmittel und deren Zubereitung für Mahlzeiten

  4. Vorbereiten und Organisieren von Vorträgen und Teilnahme daran

  5. An den Vollwert-Ernährungs- und Back-Praxis-Seminaren sowie an einzelnen Backtagen bietet sich die Gelegenheit, an Vorbereitung und Organisation mitzuwirken und so den Weg des Getreides vom Getreidelager, über die Mühlen, zur Teigbereitung bis zum Formen des Teiges und zum Backen durch eigene Tätigkeit zu erfahren.

  6. Unser Regional-Treff des gemeinnützigen Vereines Natürlich Leben e.V. gewährt Einblicke in Erfahrungsaustausch und die Möglichkeiten operationsfreier und arzneifreier Heilweisen auch in Fällen, in denen die Schulmedizin nur Stahl, Strahl und Chemotherapie kennt, ohne wirkliche Heilerfolge erzielen zu können.

  7. die Nichtraucher-Ferienwohnungen sind vorrangig in der Feriensaison zu pflegen und vorzubereiten, ebenso der Spielplatz. Dabei ist die Ordnungsmäßigkeit mittels vorgegebener Checkliste selbst zu überprüfen. So ist zu lernen, welche Anforderungen Feriengäste bei ihrem Landurlaub erfüllt sehen möchten. Das schließt die Wertstofftrennung und auch die Entsorgung von Restmüll ein. So ist zu lernen, dass Abfälle von Lebensmitteln aus kontrolliert biologischer Erzeugung in unseren Stoffkreislauf einbezogen werden, während Speiseabfälle der Gäste aus konventioneller Erzeugung wegen ihrer meist hohen Belastungen an Pestiziden und Nahrungschemikalien nach außerhalb des Betriebes, z. B. als Restmüll, entsorgt werden müssen.

  8. Verschiedene Büroarbeiten sind täglich zu erledigen. Falls die übliche Bürobesetzung nicht ausreicht, kann Aushilfe im Bereich Verlag, Versand und am Telefon sinnvoll sein.

  9. Durch unsere ökologische und damit recourcen- und umweltschonende Wirtschaftsweise insgesamt und durch spezielle Informationsveranstaltungen, nimmt unser Betrieb wichtige gemeinwohlorientierte Aufgaben wahr, denn in der Bevölkerung besteht noch ein immenser Nachholbedarf an Bewusstseinsbildung für Verantwortung und Selbsthilfe. Das wird durch die Zunahme von chronischen Erkrankungen, den Missbrauch synthetischer Medikamente und unnötiger Operationen deutlich. Als Kontrast dazu demonstrieren wir am Beispiel der eigenen Lebensführung, dass auch in der Zivilisation robuste Gesundheit auf natürliche Weise zurückgewonnen und dauerhaft erhalten werden kann. Hier ergibt sich die Gelegenheit, angeleitet die Grundsätze einer ökologie- und gesundheitsorientierten Lebensweise kennen zu lernen und selbst zu praktizieren.

  10. Wir werden auch versuchen, kreative Veranstaltungen als Erlebnisveranstaltungen zu organisieren und diese auf unserem Gelände oder auf Wunsch auch anderswo durchzuführen. Spielerisch selber etwas produzieren können, Erfahrungen, die für das ganze Leben gesundheitlich wegweisend und nützlich sind, das bieten wir Eltern mit ihren Kindern bei uns. Für Kinder ist Selbermachen mit Kurzweil- und Freizeitcharakter ein echter Erlebnisgewinn. Dafür bieten wir eine bewährte und beliebte Programmauswahl. Denn Selbermachen ist besonders für Kinder allemal besser als nur passives Konsumieren.

  11. Schließlich müssen wir unser Wirken auch durch Pressearbeit und Werbung bekannt machen. Für den Erfolg der eingesetzten Mittel und Maßnahmen sind bestimmte Regeln zu beachten.

 

In unserem Betrieb wird man/frau mit zahlreichen beruflichen Anforderungen konfrontiert und dazu angehalten, die übertragenen Aufgaben mit Umsicht weitgehend selbständig zu erledigen. Insbesondere bei der Betreuung der Feriengäste, bei der Pflanzenpflege sowie bei der Zubereitung unserer Vollwert-Mahlzeiten, im Haushalt und Garten besteht Gelegenheit, die Ergebnisse der Bemühungen zu beobachten und festzustellen, dass es darauf ankommt und es sich lohnt, alle Aufgaben ergebnisorientiert und verantwortungsbewußt zu verrichten. Damit werden wichtige Erkenntnisse als Voraussetzung für den Erfolg in der späteren beruflichen Tätigkeit gewonnen. Da man/frau hier in verschiedenen Tätigkeitsfeldern aktiv sein kann, ergibt sich auch berufliche Orientierung, die für eine Entscheidung in der Berufswahl nützlich sein wird. Bisher haben alle Praktikanten auch für die persönliche Lebensführung von einem Praktikum bei uns profitiert, indem sie durch eigene Anschauung und Tätigkeit Anregungen aufnahmen. die ihr Leben von Grund auf bereichert haben.

 

 

Bericht einer früheren Praktikantin:

 

Was ich bei meinem Praktikum auf dem Bio-Rittergut Rittmeyer lernte.

Vom 3. bis zum 22. April 2005 erlebte ich hier in Kreuma mein erstes Schulpraktikum. Was ich hier lernte und noch lerne:

  • Kartoffeln sollen nicht im Kochwasser schwimmend gekocht, sondern in einem Kartoffel- oder Gemüsedämpftopf gegart werden. Biokartoffeln kann man mit Schale essen.

  • Karotten, Petersilienwurzeln, Pastinaken und frische Pilze aus Kulturen usw. müssen nicht geschält werden, weil man sonst das Beste wegschneidet.

  • Auch Äpfel abzuspülen ist sinnlos, weil bei konventionell erzeugtem Obst die Pestizide nicht nur auf der Schale sondern im Fruchtfleisch sitzen. Die meisten Gifte, die im konventionellen Landbau zur Schädlingsbekämpfung verwendet werden, sind systemisch und deshalb im gesamten Saftkreislauf der Pflanze und der Frucht vorhanden. Außerdem wurde bei einem Test die Keimzahl bei Äpfeln vor und nach dem Waschen gemessen und festgestellt, dass nach dem Waschen genauso viele Keime auf der Schale zu finden waren, wie vor dem Waschen.

  • Ich lernte viel über bessere, gesunde Ernährung. Vor allem wurde mir klar, dass ich unbewußt häufiger „Krankmacherkost“ gegessen habe.

  • Das Organisieren beim Zubereiten von Mahlzeiten wurde mir bewusst und wichtig. Man muß sich erst einen Plan machen und dann loslegen. Ansonsten klappt es nicht richtig! Das gilt natürlich für alle „Projekte“.

  • Ich denke, dass ich hier etwas selbständiger geworden bin und auch konzentrierter arbeite, denn das ist ja sehr wichtig, wenn man nicht zu häufig „Scherben“ haben will...

  • Hier lernte ich auch, mehr Verantwortung zu übernehmen und gelassener zu sein mit anderen Menschen, die nicht so schnell hinter eine Sache steigen.

  • Natürlich kenne ich mich durch das Praktikum besser mit Pferden und Hühnern aus.

  • Was ich auch als wichtige Erkenntnis mitnehmen werde ist, dass (fast) jeder Traum verwirklicht werden kann!

  • Und „von nichts kommt nichts!“

  • Jede Tätigkeit wird in Zyklen erledigt. Zu einem Zyklus gehört:
    1. die Idee
    2. Starten/Beginnen
    3. Durchführen und Kontrollieren
    4. Beenden und Aufräumen

  • Wir lernten den Kräutergarten auf dem Hof kennen, die einzelnen Kräuter und aus welchen Salate, Tees und andere Speisen zubereitet werden können. Die Kräuter waren z.B. Zitronenmelisse, Pfefferminze, Löwenzahn, Brennessel.

  • Ich habe gelernt, wie man einen Tee mit frischen Kräutern zubereitet und wie man einen Salat mit frischem Löwenzahn macht.

  • In einigen Praxisstunden in der Bioland-Vollwert-Mühlenbäckerei lernte ich durch Mithilfe auch etwas über das Brotbacken.

  • Ich danke Herrn Rittmeyer für die Mühe, die er sich mit uns gemacht hat.

 

Lisa Herold